juris PraxisKommentar SGB XI – Soziale Pflegeversicherung

Die Vorschriften des SGB XI sind angesichts der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen in einer immer älter werdenden Gesellschaft in Deutschland von hoher praktischer Relevanz. Sie stehen immer wieder im Spannungsfeld der allgemeinpolitischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Diskussion.

Der juris PraxisKommentar SGB XI berücksichtigt die umfangreiche Rechtsprechung und Literatur zum SGB XI mit den Schwerpunkten:

  • Leistungsberechtigter und versicherungspflichtiger Personenkreis
  • Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung
  • Organisation und Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung

Die Neuauflage berücksichtigt zahlreiche grundlegende und aktuelle Gesetzesänderungen.
Die Wichtigsten sind:

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG)

Das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals (PpSG v. 11.12.2018 (BGBl I 2018, 2394) bezweckte, die vollstationären Pflegeeinrichtungen personell zu stärken, um insbesondere den personellen Aufwand im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlungspflege besser abzudecken, ohne die Pflegebedürftigen finanziell zu belasten.

  • Um die Potentiale der Digitalisierung für die Entlastung der Pflegekräfte in der ambulanten und stationären Altenpflege zu nutzen, fördert die Pflegeversicherung im Zeitraum von 2019 bis 2021 durch Zuschüsse anteilig entsprechende digitale Maßnahmen der Pflegeeinrichtungen.
  • Um die ärztliche Versorgung in der stationären Altenpflege weiter zu verbessern und die Pflegekräfte zu entlasten, wird die Verpflichtung der Pflegeeinrichtungen verbindlicher ausgestaltet, Kooperationsverträge mit geeigneten vertrags(zahn)ärztlichen Leistungserbringern zu schließen.
  • Darüber hinaus werden für eine bessere Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Pflegeheimen Sprechstunden und Fallkonferenzen per Video als telemedizinische Leistung umfangreich ermöglicht

Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

Das Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (TSVG v. 06.05.2019 (BGBl I 2019, 646) änderte insbesondere die Qualitätssicherung bei Betreuungsdiensten.

COVID-19-Änderungsgesetze

Umgesetzt wurden außerdem zahlreiche Änderungsgesetzte anlässlich der Corona-Pandemie wie das Gesetz zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz v. 27.03.2020, BGBl I 2020, 580), das vorsah, dass abweichend von den gesetzlichen Vorgaben bis einschließlich 30.09.2020 keine Regelprüfungen stattfinden.

Das Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite v. 19.05.2020 (BGBl I 2020, 1018) regelte u. a. die Zahlung einer Corona-Prämie als Ausdruck besonderer Wertschätzung für die Beschäftigten von Pflegeeinrichtungen.

Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)

Das Gesetz für ein Zukunftsprogramm Krankenhäuser (KHZG v. 23.10.2020, BGBl I 2020, 2208) hat insbesondere die Geltung von Übergangsvorschriften bis einschließlich 31.03.2021 verlängert und die Nichtanrechnung von Arbeitstagen mit Bezug von Pflegeunterstützungsgeld, Betriebshilfe oder Kostenerstattung angeordnet, vgl. § 150b SGB XI.

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG)

Das Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG v. 22.12.2020, BGBl I 2020, 3299) regelt unter anderem Modellprogramme zur Förderung einer kompetenzorientierten Aufgabenverteilung des Personals in Pflegeeinrichtungen sowie zur weiteren wissenschaftlichen Begleitung der Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens in Pflegeeinrichtungen, vgl. § 8 Abs. 3a und 3b SGB XI.

  • Das Gesetz begründet zudem die Pflicht der einzelnen Pflegekasse, über Anträge der Versicherten auf Pflegehilfsmittel oder wohnumfeldverbessernde Maßnahmen innerhalb von drei Wochen und bei Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden.
  • Die pandemiebedingten Sonderregelungen einschließlich des coronabedingten Pflegeunterstützungsgeldes und pandemiebedingte Regelungen zur Familienpflegezeit und zur Pflegezeit wurden bis zum 31.03.2021 und nunmehr bis 30.09.2021 verlängert.
  • Das Gesetz sieht zudem eine mindestens einjährige staatlich anerkannte Helferinnen- oder Helferausbildung in der Pflege oder eine abgeschlossene mindestens einjährige staatlich anerkannte Assistenzausbildung in der Pflege grundsätzlich als Qualifikationsniveau für geförderte Pflegehilfskräfte als ausreichend an, vgl. näher § 84 Abs. 9 und § 85 Abs. 9 bis 11 SGB XI.

Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG)

Das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) konzipiert unter anderem ein Stufenmodell hinsichtlich des Eigenanteils für die Pflege im Heim.

Diese Änderungsgesetze wurden seit der 2. Auflage eingearbeitet:

  • Gesetz zur Fortschreibung der Vorschriften für Blut- und Gewebezubereitungen und zur Änderung anderer Vorschriften v. 18.07.2017 (BGBl I 2017, 2757)
  • Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungsgesetz – PpSG) v. 11.12.2018 (BGBl I 2018, 2394)
  • Gesetz zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG) v. 11.12.2018 (BGBl I 2018, 2387)
  • Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG) v. 06.05.2019 (BGBl I 2019, 646)
  • Zweites Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetz EU - 2. DSAnpUG-EU v. 20.11.2019 (BGBl I 2019, 1626)
  • Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG) v. 09.12.2019 (BGBl I 2019, 2562)
  • Gesetz zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts v. 12.12.2019 (BGBl I 2019, 2652)
  • Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen (MDK-Reformgesetz) v. 14.12.2019 (BGBl I 2019, 2789)
  • Gesetz zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz) v. 27.03.2020 (BGBl I 2020, 580)
  • Zweites Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite v. 19.05.2020 (BGBl I 2020, 1018)
  • Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur (Patientendaten-Schutz-Gesetz – PDSG) v. 14.10.2020 (BGBl I 2020, 2115)
  • Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) v. 23.10.2020 (BGBl I 2020, 2220)
  • Gesetz für ein Zukunftsprogramm Krankenhäuser (Krankenhauszukunftsgesetz – KHZG) v. 23.10.2020 (BGBl I 2020, 2208)
  • Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz – GPVG) v. 22.12.2020 (BGBl I 2020, 3299)
  • Gesetz zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite betreffenden Regelungen v. 29.03.2021 (BGBl I 2021, 370)
  • Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (Digitale–Versorgung–und–Pflege–Modernisierungs–Gesetz – DVPMG) v. 03.06.2021 (BGBl I 2021, 1309)
  • Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz – GVWG) v. 11.07.2021 ( BGBl I 2021, 2754)

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Herausgeber
Prof. Dr. Rainer Schlegel Präsident des Bundessozialgerichts, Kassel
Prof. Dr. Thomas Voelzke Vizepräsident des Bundessozialgerichts a.D., Kassel

Bandherausgeber
Prof. Dr. Ernst Hauck Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D., Kassel

Autoren
Christoph Altmiks Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht, Berlin
Dr. Marion Baierl Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), Kassel
Nicola Behrend Richterin am Bundessozialgericht, Kassel
Prof. Dr. Norbert Bernsdorff Richter am Bundessozialgericht a. D., Kassel
Dr. Holger Blöcher Richter am Landessozialgericht, Celle
Dirk Dahm Verwaltungsdirektor a. D., Bochum
Dr. Martin Estelmann Richter am Bundessozialgericht, Kassel
Dr. Stephan Gutzler, LL.M. (USA) Präsident des Sozialgerichts, Mainz
Prof. Dr. Ernst Hauck Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D., Kassel
Dr. Raphael Klein Präsident des Sozialgerichts für das Saarland, Saarbrücken
Prof. Dr. Steffen Luik Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht, Kassel
Dr. Christian Mecke Richter am Bundessozialgericht, Kassel
Dr. Miriam Meßling Vorsitzende Richterin am Bundessozialgericht, Kassel
Dr. Daniel O'Sullivan Richter am Landessozialgericht, Stuttgart
Dr. Christiane Padé Richterin am Bundessozialgericht, Kassel
Carina Prange Richterin am Landessozialgericht, Mainz
Dr. Steffen Roller Direktor des Sozialgerichts, Konstanz
Dr. Benjamin Schmidt Richter am Sozialgericht, Marburg
Dr. Julie-Andrée Trésoret Richterin am Sozialgericht, z.Zt. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am BSG
Dr. Andreas Wahl Vorsitzender Richter am Landessozialgericht, Chemnitz
Dr. Nicola Waldhorst-Kahnau Richterin am Landessozialgericht, Essen
Dr. Britta Wiegand Richterin am Landessozialgericht, Mainz

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